Das ökologische Gleichgewicht

Hier möchte ich Euch wieder mal etwas über den Wolf erzählen.
In dem Wolfs-Magazin "Mit dem Wolf in uns leben. Das Beste aus zehn Jahren Wolf Magazin (German Edition)" (.....der Titel klingt vielleicht wie aus einem Esoterik-Roman, ist aber keiner!)


... habe ich den Artikel gelesen: Warum Wölfe retten, wenn Menschen sterben?
Das ist übrigens eine berechtigte Frage.

Hier mal ein kleiner Auszug aus dem Artikel:
"Wildnis ist für die meisten Menschen ein fremder Begriff, und nur wenige haben sie erfahren. Sie ist die Heimat von Elch, Karibu, Biber und Bison. Und sie ist auch die Heimat des Wolfes, für den diese grasenden Wanderer eine Nahrungsgrundlage bilden. Diese Beutetiere könnten durchaus ohne den Wolf leben. Aber wir haben gelernt, dass die Herden gesünder sind, wenn Wölfe ihre Anzahl klein halten, indem sie die Schwachen und Kranken töten. Wölfe vernichten niemals eine ganze Herde, die für sie Futter bedeutet. Der Wolf und seine Beute werden so lange zusammenleben, wie es Land und Vegetation gibt, sie zu ernähren.
Isle Royale im Lake Superior in Michigan ist ein amerikanischer Nationalpark, in dem seit vielen Jahrzehnten das Verhalten Wolf-Beute untersucht wird. Während die Zahlen von Wolf, Elch und Biber flukturieren, hat sich im Laufe der Zeit eine Art dynamisches Gleichgewicht innerhalb der Wolfszahlen entwickelt, die seit Beginn der Untersuchungen zwischen achtzehn und fünfzig pendeln. Hier auf Isle Royale zeigt sich in aller Einfachheit, wie das ökologische Gleichgewicht der Natur funktioniert.
Bevor die Wölfe über den zugefrorenen See von Kanada auf die Insel kamen, gab es dort etwa 2.000 Elche, die sich in den verschiedensten Stadien des Verhungerns befanden. Kojoten ernährten sich von deren Überresten. Es gab nicht mehr genügend Vegetation, um die vielen Elche zu ernähren. All dies veränderte sich, als an einem kalten Wintertag im Jahr 1949 ein Rudel Wölfe seinen Weg auf die Insel fand. Nach dem Ende des ersten Forschungsabschnittes, 1969, fanden die Wissenschaftler ungefähr 1.000 Elche, 18 Wölfe und eine gesunde Vegetation. Die Kojoten waren verschwunden.
Die Bedeutung der Studien von Isle Royale liegt darin, dass sie uns mit einem Modell für unser "Raumschiff Erde" versorgen. Um eine hohe Lebensqualität für alle Menschen wiederzuerlangen und zu erhalten, müssen wir (wie die Tiere auf Isle Royale) innerhalb unserer Grenzen leben und damit aufhören, unsere Bodenschätze zu zerstören und auszubeuten. Das ist die einfache und zwingende Lektion, die wir von der Wildnis lernen müssen."
(Wolf Magazin Winter 1992 von Dr. Erich Klinghammer)

Leider sind sind viele Wolf Magazine nicht mehr zu bekommen, außer dieser Sammlung in diesem einen Taschenbuch.
Aber auch in Deutschland gibt es seit einigen Jahren wieder freilebende Wölfe, wie auch schon länger in anderen Ländern der EU. Wölfe sind national und international durch viele Gesetze und Abkommen streng geschützt. Das Interessante ist, dass sie von ganz alleine aus verschiedenen Richtungen (vor allem Osteuropa aber auch Italien/Frankreich) nach Deutschland gelaufen sind und sich auch nicht von Flüssen haben aufhalten lassen. Niemand hat sie irgendwann in dunkler Nacht eingebürgert. Es ist vielmehr so, dass sich der in der Regel recht scheue Wolf viele Kilometer -von Menschen unbemerkt- fortbewegt. Einige können da kaum glauben, dass es mit rechten Dingen zugeht, wenn irgendwo plötzlich ein Wolf nachgewiesen wird. Die Telemetrie- Analysen der besenderten Wölfe aber zeigen, dass die Tiere tatsächlich durch Wald und Flur, aber auch durch von Menschen besiedeltes Gebiet ziehen, ohne dabei entdeckt zu werden.

Während der vielen Jahre, in dem der Wolf als Konkurrent ( wie uns das Märchen vom Rotkäppchen eigentlich weismachen sollte!) in vielen Ländern bereits augerottet war wurde er in anderen Ländern und Amerika studiert. So lernte ein Teil der Menschen den Wolf schätzen als ein wichtiger Teil des ökologischen Gleichgewichts der Natur. Denn er jagt eigentlich nur die kranken und schwachen Tiere, allein schon deshalb um Energie zu sparen. Gesunde Tiere sind im zu schnell und die großen davon können im auch schon mal gefährlich werden. Er reisst aber dann schon mal Nutztiere, wenn sie ihm auf dem Präsentierteller gelegt werden.  Dies ist der Fall, wenn die Nutztiere nicht ausreichend mit oft recht einfachen Mitteln geschützt werden. Meist reichen gut funktionierende Euronetze (mindest. 105 cm hoch und sollte unten in der Erde verankert sein. Es ist auch ratsam , zusätzlich ein sogenannten Untergrabungsschutz zu installieren. Da Wölfe schon mal versuchen, Hindernisse wie einen Zaun zu untergraben.) Zusätzlich sollte man ständig kontrollieren, ob dieser auch nicht durch Wildtiere zerstört worden ist. Bären und Wildschweine machen das schon mal gerne. In diesem Fall sollte man sich doch mal mit Herdenschutzhunden vertraut machen. Die halten alles fern, was sich der Herde nähert. Auch böse Menschen! ;-)
Daher Obacht, wenn man durch die großen Wälder und Berge radelt und wandert, sollte man schon gewisse Hinweisschilder
wie diese, ernst nehmen und die Regeln beachten. Dann gibt es auch keine böse Überraschung.

Jedenfalls bezeichnen wir *"Raubtier-Befürworter" eine nicht genügend geschützte Weide mit Nutztieren als "Fast-Food-Restaurant". Auch unter den "Wolf-Befürwortern" gibt es Nutztierhalter, wie z.B. Schafzüchter, Jäger und Förster! Genau jene sind daran interessiert alternative Lösungen auszuarbeiten damit der Wolf ungehindert durchs Land ziehen kann ohne bei uns Menschen Magenschmerzen zu verursachen!

* Raubtiere die wieder nach Deutschland eingewandert sind: Wolf, Luchs und in den südlichen Bundesländern verirrt sich auch mal ein Bär. Wölfe sind nicht in Deutschland angesiedelt worden, sondern sie sind eigenständig eingewandert. Wobei der Luchs jedoch an verschiedenen Stellen angesiedelt wurde. Und der Bör latscht eh mal dort und mal dort hin.
 

Was tun, wenn ich einem Wolf begegne?

Überaus selten bekommen Spaziergänger einen Wolf aus der Nähe zu Gesicht.


Wenn es doch einmal dazu kommt:

  • Nicht weglaufen. Stehen bleiben und dieses einmalige Erlebnis genießen!
  • Nicht versuchen, den Wolf anzufassen.
  • Wölfe niemals füttern!
  • Man kann den Wolf leicht vertreiben, indem man ihn laut anspricht, in die Hände klatscht und mit den Armen winkt. 
  • Wenn man den Abstand vergrößern möchte, sollte man sich langsam zurückziehen. 
Hunde sind in Wolfsgebieten grundsätzlich direkt beim Menschen zu halten.

Weitere Infos findet Ihr hier:


Oder fragt mich!


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